Die Prinzipalstücke

 
Altar mit Kerzen und aufgeschlagener Bibel
 

Die Prinzipalien

Während der Bauphase wurde deutlich, dass die Prinzipalien von 1974 nicht mehr mit dem neuen Raum harmonieren würden. So wurde ein Künstlerwettbewerb ausgeschrieben, den Martin Bruno Schmid mit seinem Entwurf für sich entscheiden konnte.
Sein Konzept geht zunächst von einem Holzstapel aus, ein angemessenes Material für eine Stadt mit Namen „Waldkirch“.Aus diesem einen Holzstapel wurde dann der Ambo (Lesepult) herausgeschnitten, aus diesem wiederum das Taufbecken. In Gedanken ist es möglich, das Lesepult wieder in den Ausschnitt des Altars einzufügen, ebenso wie das Taufbecken im Fuß des Ambos seinen Platz hat. Selbst die Stufe des Lesepultes ist aus diesem herausgeschnitten.
So drücken die Prinzipalstücke aus, dass es um den einen Glauben an Gott geht, dessen Gegenwart im Abendmahl am Altar gefeiert wird, dessen Wort in der Predigt vom Ambo verkündigt wird, und in dessen Gemeinschaft wir durch die Taufe hineingenommen werden.
Die bemerkenswerte bronzene Taufschale des Freiburger Künstlers Walter Schelenz von 1974 konnte in den neuen Unterbau integriert werden.
Neu geschaffen wurden hingegen die Kerzenleuchter für Altar und Osterkerze: sie sind vom Waldkircher Orgelbau Jäger & Brommer aus Orgelpfeifen-Metall gefertigt.
Die deutlich wahrnehmbaren Lagen des Holzstapels lassen an die verschiedenen Traditionsschichten denken, auf denen unser Glaube aufbaut und aus denen er sich nährt. Eines Tages wird auch unsere Zeit wieder zu einer Traditionsschicht werden, wenn nachfolgende Generationen über ihren eigenen Glaubensweg nachdenken. Diese Schichten passen mal gut und mal weniger gut zueinander, und so sind auch die Lagen zueinander verschoben, was den Prinzipalien ihren ganz eigenen ästhetischen Reiz gibt.