Bereits 1409 entstand durch ein sogenanntes Kondominat eine außergewöhnliche Situation: Die Herrschaft im Tal wechselte jährlich zwischen den Fürsten von Fürstenberg und dem Markgrafen von Baden. Als Markgraf Karl II. von Baden 1555 zum lutherischen Glauben übertrat, bedeutete das für die Menschen im Tal eine kuriose Folge: Im einen Jahr mussten sie katholisch, im nächsten evangelisch sein – je nachdem, wer gerade regierte.
1561 einigten sich die beiden Fürstenhäuser auf eine weitsichtige Lösung: In der sogenannten Talordnung wurde die Glaubens- und Gewissensfreiheit eingeführt – jede und jeder durfte fortan frei wählen, ob er oder sie dem katholischen oder evangelischen Glauben folgen wollte. Für die damalige Zeit war das ein bemerkenswerter Fortschritt..
Ab 1577 wurde die Pfarrkirche im Ort zur Simultankirche, in der katholische und evangelische Gottesdienste nebeneinander stattfinden durften. Viele unserer älteren Gemeindeglieder erinnern sich noch gut daran: Sie wurden in dieser gemeinsamen Kirche getauft, konfirmiert oder haben dort geheiratet. Heute ist sie die katholische Kirche im Ort.
Erst 1975 beendeten die beiden Konfessionen die Zeit in der gemeinsamen Kirche. Die evangelische Gemeinde erhielt mit der Christuskirche ein Gotteshaus an einem anderen Ort. Geplant und vorbereitet wurde sie von Pfarrer Karl Naberg, der jedoch 1973 verstarb. Während der Amtszeit von Pfarrer Ulrich Schüz wurde die Kirche schließlich erbaut und von Bischof Heidland am 1. Advent 1975 ihrer Bestimmung übergeben.
Quellen:
Historische Aufsätze von Karl Siegfried Bader
Josef Weber
Johann Vogt
Zeitungsartikel von Roland Gutjahr

