Stellungnahme des Ökumenischen Friedenskreises
Waldkirch, 22.03.2026. Der Ökumenische Gesprächskreis Frieden Waldkirch-Kollnau nimmt Stellung zum Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran.

Wir sind sehr besorgt über die humanitären und gesellschaftlichen Auswirkungen dieses Krieges. Die gegen den Iran gerichtete Gewalt durch die USA und Israel mit dem Ziel eines Regime-Wechsels, die Ermordung seines obersten geistlichen und politischen Führers und eines Teils seiner Familie am 28. Februar betrifft auch uns in Deutschland. Sie fordert uns als Friedenskreis heraus zu einem klaren Bekenntnis für die Einhaltung des Völkerrechts. Die auf den Angriff folgenden Gegenschläge des Iran haben einen Krieg zur Folge, der eine Bedrohung für die ganze Region und weit darüber hinaus darstellt. Denn je länger der Krieg andauern wird, desto mehr werden die humanitären Folgen und das Leid zunehmen. Für uns ist klar:
Die von Israel und den USA gemeinsam durchgeführten Angriffe sind völkerrechtswidrig, sie sind ein eklatanter Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen. Ziel der Vertreter der Vereinten Nationen war ja, durch ihre Bindung an die Charta, die Menschheit künftig vor der Geißel des Krieges zu bewahren. Die Abkehr von der Diplomatie zugunsten eines bewaffneten Überraschungsangriffs ist unverantwortlich. Es gibt keine Beweise für eine unmittelbare Bedrohung durch den Iran. Aber nicht nur im Iran und den am stärksten betroffenen Ländern in der Region sind Tod, Zerstörung und Vertreibung als unmittelbare Folgen dieses Krieges zu spüren. Für uns ist Frieden ist ein moralischer und spiritueller Imperativ, der auf unserem Glauben an einen Gott der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit beruht. Wir fordern deshalb einen sofortigen Waffenstillstand, die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen und politischer Gespräche im Rahmen der bestehenden internationalen und regionalen Mechanismen. Mit Zwang oder Waffengewalt von Außen kann Frieden nicht errungen werden. Vielmehr bringt der Angriff von außen viele Menschen, die im Innern zivilgesellschaftlich und ohne Gewalt für Gerechtigkeit eintreten in ein Dilemma, das positive Veränderungen für die Geltung der Menschenrechte in Frage stellt. Für uns ist jeder Angriff auf die Zivilbevölkerung und jede systematische Verletzung der Menschenrechte, egal ob durch einen Angriff von außen oder durch Unterdrückung der eigenen Bevölkerung im Innern eine direkte Verletzung der Menschenwürde und der Unantastbarkeit des Lebens. Wir rufen alle Menschen guten Willens unserer Zivilgesellschaft und insbesondere unsere Regierung dazu auf, in diesem Sinne zusammen mit uns für einen gerechten Frieden im Nahen und Mittleren Osten einzutreten.
Mit unserer Stellungnahme berufen wir uns vorwiegend auf die gemeinsame Erklärung des Ökumenische Rates der Kirchen, des Kirchenrats des Nahen Ostens, des Lutherischen Weltbunds, der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, des Weltrates Methodistischer Kirchen, der Mennonitische Weltkonferenz, der Asiatischen Christlichen Konferenz und der ACT Alliance vom 11. März 2026. Vgl. auch:
https://www.oikoumene.org/de/news/joint-statement-on-widening-conflict-in-the-middle-east-raises-deep-concerns-for-humanitarian-and-social-impact
https://www.oikoumene.org/de/news/joint-statement-on-widening-conflict-in-the-middle-east-raises-deep-concerns-for-humanitarian-and-social-impact
Die ‚ACT-Alliance’ (= Action by Churches Together, d.h. Kirchen helfen gemeinsam) ist mit 137 Mitgliedern eines der größten Bündnisse für humanitäre Arbeit und Entwicklungshilfe weltweit.
Ökumenischer Gesprächskreis Frieden in der
Evangelischen Kirchengemeinde Zweitälerland
Evangelischen Kirchengemeinde Zweitälerland
c/o Johannes Maier
